Klöster in Armenien

Armenien ist ein einziges Freilichtmuseum. Das Land ist übersät mit einer großen Anzahl an Sehenswürdigkeiten, die größtenteils mit dem Ursprung und der Entstehung des Christentums verbunden sind. Unzählige Klöster, Kirchen, Tempel und Ruinen sind überall zu finden und die meisten davon auch zugänglich. Natürlich könnt ihr nicht alle besuchen und heraus zu finden welche unbedingt besichtigt werden müssen ist auch nicht ohne.

Kloster Chor Virap, Tempel Garni, Kloster Geghard, Kloster Noravank, Kloster Sewanawank und Kloster Tatew im Winter

Darum haben wir euch hier unsere Highlights zusammen gestellt, damit ihr einen ersten Eindruck bekommt, was euch erwartet und welcher Ort es unbedingt wert ist entdeckt zu werden. Die Reihenfolge ist dabei keine Wertung. Wir haben aber festgestellt, dass je weiter sie sich von Jerewan entfernt befinden, desto weniger Touristen sind anzutreffen. Auch die Jahres- und Uhrzeit spielt eine große Rolle, wenn ihr die Klöster weitestgehend allein besichtigen wollt. Wir haben festgestellt, dass besonders die Morgenstunden bis ca. 10 Uhr ideal sind die anmutige und eindrucksvolle Stimmung in aller Ruhe genießen zu können oder die Katakomben in absoluter Stille zu erkunden.

Kloster Khor-Virap

Kloster Chor Virap mit Berg Ararat
Kloster Chor Virap mit Berg Ararat

Das Kloster an der Grenze zur Türkei hat gleich 2 Highlights zu bieten. Von hier habt ihr den besten Panoramablock auf den Berg Ararat, das Wahrzeichen Armeniens, und einmalige Bilder schießen. Eine gute Stelle dafür ist ungefähr in der Mitte der Zufahrtsstraße zum Kloster nach dem letzten Abzweig.

Das 2te Highlight sind die Katakomben unter dem Kloster, welche ihr auf eigene Faust erkunden könnt. Ohne Guide oder eine Tour buchen zu müssen. Eine der Grotten, die größte und tiefste, war ursprünglich ein Kerker. In diesem wurde einer Legende nach Gregor der Illuminator, 14 Jahre lang, vom armenischen König Trdat III. gefangen gehalten. Man kann hinuntergehen und sich das Innere ansehen, es ist wirklich tief und man kann sich kaum vorstellen, wie ein Mensch dort leben konnte. Den die Leite in die Grotte findet in der kleine Kapelle in der südlichen Ecke des Areals. Dort ist auch ein Zugang zu einem weiteren kleineren Keller.

Das Kloster Khor-Virap oder auch Chor Virap befindet sich südlich von Jerewan und ist in nur 40 Autominuten von der Hauptstadt aus erreichbar. Auch hier gilt, steht etwas früher auf und macht euch vor gegen 8 Uhr auf den Weg. Das Kloster in jeden Tag zwischen 9 Uhr und 18 Uhr geöffnet und der Eintritt ist, wie bei fast allen Klösten und Kirchen in Armenien, frei.

Vor dem Kloster gibt es einen kleinen Pfad, der auf einen Hügel mit einer Flagge führt. Dort oben habt ihr freie Sicht auf den Berg Ararat, wenn nicht gerade Wolken davon hängen.

Katakomben im Kloster Chor Virap
Katakomben im Kloster Chor Virap
Kloster Chor Virap
Kloster Chor Virap
Die Leiter in die Katakomben im Kloster Kloster Chor Virap
Die Leiter in die Katakomben im Kloster Kloster Chor Virap
Hügel mit Flagge beim Kloster Chor Virap
Hügel mit Flagge beim Kloster Chor Virap

Kloster Geghard

Kloster Geghard
Kloster Geghard

Von Jerwan aus könnt ihr die meisten Klöster im Rahmen eines Tagesausflugs gut erreichen. So auch das Kloster Geghard, welches sich 50 Minuten östlich befindet. Bei eurem Besuch solltet ihr etwas mehr Zeit einplanen, und tritt-feste Schuhe mitnehmen. Hinter dem Kloster befindet sich ein kleiner Park und vor dem Kloster ein paar kleinere und größere Höhlen. Die Höhlen sind allerdings nicht so einfach zu erreichen und ihr solltet tritt sicher sein.

Das Kloster Geghard stammt aus dem IX. Jahrhundert und ist, wie viele andere Klöster in Armenien, ein UNECSO-Weltkulturerbe. Uns haben besonders die Lichtspiele durch die kleinen runden Löcher in den Dächern der Kapellen und Tempel fasziniert. Es war gar nicht so einfach das Licht im ansonsten fast stockdunklen Raum gut einzufangen. Auch in diesem Kloster findet ihr Tunnel und Höhlen, wenn ihr danach sucht. Es ist alles sehr verschachtelt und versteckt und lädt regelrecht zu einem kleinen Abenteuer ein.

Parken könnt ihr auch hier gleich unterhalb des Klosters, wo es auch wieder ein paar Souvenirstände und ein kleines Cafe gibt.

Kloster Geghard
Kloster Geghard
Tunnel im Kloster Geghard
Tunnel im Kloster Geghard
Im Kloster Geghard
Im Kloster Geghard
Im Kloster Geghard
Im Kloster Geghard

Tempel Garni

Wenige Kilometer vor dem Kloster Geghard befindet sich ein kleines Dorf Namens Garni. Dort findet ihr einen religiösen Ort der so gar nicht ins ansonsten christlich geprägte Armenien passen will und zwischen den ganzen Kirchen und Klöstern regelrecht heraus sticht. Die Rede ist von einem Tempel mit heidnischer Geschichte. Und die sieht man ihm auch an.

Um auf das Gelände des Tempels zu gelangen, müsst ihr am Eingang ein Ticket für 1500 AMD kaufen. Außer ihr seid aDer Tempel Garni kann jeden Tag von 10 Uhr bis 21 Uhr im Sommer und 17 Uhr im Winter besichtigt werden.

Garni könnt ihr auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Es kostet ca. 350 AMD pro Person. Wir haben es selbst nicht ausprobiert, da wir einen Mietwagen hatten. Allerdings war das Parken hier nicht so einfach wie bei den Klöstern, da man sich irgendwo im Ort am Straßenrand eine Lücke suchen muss. Keine Angst auch hier kommt irgendwann jemand vorbei und nimmt euch die Parkgebühr gern ab. Last euch immer unbedingt ein Ticket geben, sonst zahlt ihr ggf. zweimal.

Blick über das Tal bei Garni
Blick über das Tal bei Garni
Garni Temple mit Hauge und Swedy
Garni Temple mit Hauge und Swedy
Garni Tempel
Garni Tempel

Kloster Norawank

Kloster Norawank
Kloster Norawank

Der Klosterkomplex Norawank liegt 2 Stunden südlich von Jerewan mitten im Zangezur Canyon. Einen Parkplatz findet ihr gleich unterhalb des Klosters neben einem Cafe. Die Straße zum Kloster ist eine Sackgasse und endet dort. Ein Besuch des Klosters bietet sich an, wenn ihr eh mit dem Auto in den Süden Armeniens unterwegs seid, oder das nächste Hightlight, Tatew, ansteuert.

Im Kloster selber gibts wieder einiges zu entdecken. Zum Beispiel kleine Brunnen in die man hinabsteigen kann oder für mutige eine nur 30 cm breite Treppe, die ohne Geländer ins obere Geschoss der Kirche führt.

Im Kloster Norawank
Im Kloster Norawank
Beim Kloster Norawank
Zangezur Canyon

Kloster Sewanawank

Kloster Sewanawank
Kloster Sewanawank

Eines der schönsten und ältesten Kloster befindet sich auf einer kleinen Halbinsel am nördlichen Ende des Sewan Sees. Das Kloster Sewanawank ist sehr gut und einfach mit dem Auto zu erreichen. Von Jerewan eine knappe Stunde in nordöstlicher Richtung. Wir waren gleich am Morgen da und der Souvenir Basar am Parkplatz unterhalb des Klosters war noch nicht aufgewacht. Der Parkplatzwächter aber schon und wir durften die umgerechnet knapp 50 cent Parkgebühr zahlen.

Da sich das Kloster auf einer kleinen Klippe oberhalb des Sewan Sees befindet, hat man von auch einen einmaligen Blick über den See und die dahinter liegenden Berge und Gebirgszüge. Der Sewan See ist nicht nur der größte See Armeniens, sondern auch der größte im gesamten Kaukasus. Die Halbinsel bietet sich auch für eine kleine Wanderung, oder eher einen Spaziergang an. Hinter dem Kloster führt ein kleiner Pfad fast bis an die Spitze der Halbinsel.

Das Kloster ist nicht sehr groß, aber im inneren gibt es einiges an Geschichte zu entdecken. Zum Beispiel eine über tausend Jahre alte Steintafel, welche eine ganz eigene Geschichte zum Christentum zu erzählen hat. Die Stimmung die euch in den dunklen Gemäuern erwartet können wir gar nicht wieder geben, das müsst ihr selbst erleben.

Kloster Sewanawank
Kloster Sewanawank
Im Sewanawank Kloster
Im Sewanawank Kloster

Kloster Tatew

Kloster Tatew Torbogen
Kloster Tatew

Das Kloster Tatew erreicht ihr über 2 Wege. Es führt eine kleine Straße zum Kloster, welche sich in Serpentinen erst runter ins Tal schlängelt und dann auf der anderen Seite wieder hoch zum Kloster. Der 2te Weg ist eine Seilbahn, genannt Wings of Tatev. Sie bringt euch über das Tal bis auf 100 Meter vor das Kloster. Der Ausblick ist genial und wir empfehlen euch unbedingt die 2te Variante.

Durch die exponierte Lage des Kloster Tatew, habt ihr einen herrlichen Blick über das gleichnamige Tal. Im Kloster gibt es auch wieder unzählige Gänge, Tunnel und Räume, wo man schnell den Überblick verliert. Wir hatten einen interessanten Nachmittag in Kloster, trotz des schlechten Wetters und der, für gut 2 Stunden, still stehenden Seilbahn wegen des Sturms.

Kloster Tatew
Kloster Tatew

Klosterkomplex und Kathedrale von Etschmiadsin

Etschmiadsin Kloster Komplex Open Air Altar
Etschmiadsin Kloster Komplex Open Air Altar

Im Vergleich zu den bisher vorgestellten Klöstern, mach der Klosterkomplex Etschmiadsin eher einen modernen Eindruck. Es ist das religiöse Zentrum Armeniens, beherbergt weitläufige Parkanlagen und ihr betretet den Komplex durch eine Art Open Air Altar.

Außerdem findet ihr hier eine der ältesten Kirchen des Landes. Bereits im 4. Jahrhundert wurde die Kathedrale von Etschmiadsin errichtet und ihr könnt sie noch heute besichtigen.

Der Klosterkomplex von Etschmiadsin befindet ich in der gleichnamigen Stadt nur eine knappe halbe Stunde von Jerewan entfernt. Auf halben Weg kommt ihr am Flughafen vorbei. Für Besucher gibt es extra einen großzügig eingerichteten Parkplatz außerhalb des Klosters.

Im Etschmiadsin Kloster Komplex
Im Etschmiadsin Kloster Komplex

Kathedrale von Swartnoz

Ruine der Kathedrale von Swartnoz
Ruine der Kathedrale von Swartnoz

Leider sind von der Kathedrale von Swartnoz nur noch die Grundmauern und ein paar Säulen erhalten. Die Ruine kann aber besichtigt werden und ihr werdet euch wie auf einer Ausgrabungsstätte fühlen. Die Kathedrale war Vorbild für viele weiter Kirchen die in Armenien errichtet worden sind.

Da die Ruinen zwischen dem Flughafen und dem Klosterkomplex Etschmiadsin, gleich an der Hauptstraße liegen, macht ein kurzer Stopp hier auf jeden Fall auch Sinn. Parken könnt ihr direkt davor, müsst dann allerdings ein extra Ticket fürs Auto kaufen, was aber nicht wirklich viel kostet.

Karte mit den vorgestellten Klöstern und Tempeln

Verschafft euch auf der Karte einen Überblick, welches Kloster, Kirche oder Tempel wo zu finden sind und ob sie alle in euren Zeitplan passen.